Fragen der Philosophen

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Mir raucht der kopf vom denken schon beim lesen der Frage
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Prinegon
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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Prinegon » 30.01.2008, 01:01

Die Frage ist deswegen nicht beantwortbar, da es aufgrund der Tat kein richtig oder falsch gibt. Es ist eine reine Gewissensfrage, die Gründe also, weswegen du dich entscheidest, sind entscheidend, nicht die Entscheidung selbst.

Mal als Beispiel:2 Personen entscheiden sich für die Freundin.
Person 1 hat folgende Gründe: Die Freundin ist jünger, hat also noch mehr im Leben vor sich. Des weiteren steht sie einfach lebensbejahrender gegenüber der Mutter dar. Bei aller Lieber zur Mutter ist die Person davon überzeugt, die Mutter würde die Entscheidung verstehen.

Person 2 hat folgende Gründe: Er kann seine Mutter eh nicht leiden. Außerdem würde er bei ihrem Ableben reich erben. Es gefällt ihm die Vorstellung, hinterher von der Freundin fast alles verlangen zu können aus ihrer Dankbarkeit heraus, daß er ihr Leben gerettet und sein eigen Blut dafür geopfert hat. Außerdem hofft er so und so, daß ihm seine Freundin dann hörig wird.

Beide Male die gleiche Tat, evtl auch beide Male die gleichen Auswirkungen. War die Tat von Person 2 falscher, als die von Person 1? Und wenn dem so ist, wieso hat dann Person 1 die Gewissensbisse?

Gut, daß war die Betrachtungsweise von 2 Extremen. Entscheidungen der Art können aber auch von ganz anderen Faktoren abhängen. Was ist also mit der Person, die sich unbewußt deswegen gegen seine Mutter entscheidet, weil sie grade von ihr einen Schnupfen hat und deswegen etwas verstimmt ist? (und ja, solche Entscheidungen hängen evtl von solchen Banalitäten ab). Ist sie deswegen ein schlechter Mensch?

Die philosophische Frage ist also nicht wirklich: Welche Entscheidung ist richtig, sondern gibt es eine gute, und eine böse Entscheidung? Objektiv gut und böse zu definieren ist afaik nicht gelungen, jeder setzt seine Grenze dafür wohl unterschiedlich. Eine Ansicht: Die ältere Generation ist dafür da, der jüngeren zu weichen, mag herzlos sein, mag sogar vernünftig sein, ob sie nun auch böse ist, steht auf einem anderen Blatt.
Bild
Es ist nur Sand. Doch manchmal kann auch Sand töten...
http://www.youtube.com/watch?v=IOyEw9bT ... -cid-5-p-4

Arren Longwood
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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Arren Longwood » 09.02.2008, 23:47

Prinegon hat geschrieben:Die Frage ist deswegen nicht beantwortbar, da es aufgrund der Tat kein richtig oder falsch gibt. Es ist eine reine Gewissensfrage, die Gründe also, weswegen du dich entscheidest, sind entscheidend, nicht die Entscheidung selbst.

Mal als Beispiel:2 Personen entscheiden sich für die Freundin.
Person 1 hat folgende Gründe: Die Freundin ist jünger, hat also noch mehr im Leben vor sich. Des weiteren steht sie einfach lebensbejahrender gegenüber der Mutter dar. Bei aller Lieber zur Mutter ist die Person davon überzeugt, die Mutter würde die Entscheidung verstehen.

Person 2 hat folgende Gründe: Er kann seine Mutter eh nicht leiden. Außerdem würde er bei ihrem Ableben reich erben. Es gefällt ihm die Vorstellung, hinterher von der Freundin fast alles verlangen zu können aus ihrer Dankbarkeit heraus, daß er ihr Leben gerettet und sein eigen Blut dafür geopfert hat. Außerdem hofft er so und so, daß ihm seine Freundin dann hörig wird.

Beide Male die gleiche Tat, evtl auch beide Male die gleichen Auswirkungen. War die Tat von Person 2 falscher, als die von Person 1? Und wenn dem so ist, wieso hat dann Person 1 die Gewissensbisse?

Gut, daß war die Betrachtungsweise von 2 Extremen. Entscheidungen der Art können aber auch von ganz anderen Faktoren abhängen. Was ist also mit der Person, die sich unbewußt deswegen gegen seine Mutter entscheidet, weil sie grade von ihr einen Schnupfen hat und deswegen etwas verstimmt ist? (und ja, solche Entscheidungen hängen evtl von solchen Banalitäten ab). Ist sie deswegen ein schlechter Mensch?

Die philosophische Frage ist also nicht wirklich: Welche Entscheidung ist richtig, sondern gibt es eine gute, und eine böse Entscheidung? Objektiv gut und böse zu definieren ist afaik nicht gelungen, jeder setzt seine Grenze dafür wohl unterschiedlich. Eine Ansicht: Die ältere Generation ist dafür da, der jüngeren zu weichen, mag herzlos sein, mag sogar vernünftig sein, ob sie nun auch böse ist, steht auf einem anderen Blatt.
Person 1 hat mit der Mutter Mitleid, da er/sie beide mochte, und sich zwischen beiden entscheiden musste, im Wissen dass die andere Person stirbt.

Person 2 hat keine Gewissensbisse weil er/sie die Mutter nicht leiden konnte, total selbstsüchtig ist und einfach nur ein mieses Stück *hust* *zensiert* *hust* ist.

In dem Falle wäre das Richtig oder Falsch daran zu entscheiden, aus welchen Gründen die fragliche Person die gerettete Person gerettet hat.
Sotrax hat geschrieben:Ich denk auch, wer da jetzt nicht sponsort dem ist nicht mehr zu helfen, denn als Sponsor kriegt man nicht nur 1 oder 2, NEIN, man bekommt 10 mal flüssigen Kloakenmüll ;)

Lexi
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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Lexi » 05.07.2008, 21:32

Da stellt sich wieder die eine frage die man nur subjektiv beantworten kann,was definierst du als richtige oder falsche einstellung, ist objektiv gesehen die selbstsüchtigkeit von person 2 nicht nützlich?
Nieder mit der GrOß UNd KleINscHreiBung.; der Z€ic4€n$€tzung, daß Grama-
tik und der räschdschrehibunk!!

The Mettinator
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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von The Mettinator » 06.07.2008, 11:36

...

Ich hab nich geantwortet..
Also auch keine Antwort..

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Krutwina
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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Krutwina » 06.07.2008, 15:49

Ausgangspunkt war die These: "Keine Antwort ist eine Antwort".
Formal gesehen kann die Behauptung geschrieben werden als "!A=A". Logische Systeme sind statischer Art und beinhalten stets die Forderung nach Konsistenz; der 'Satz' kann also nicht als Bestandteil eines solchen angesehen werden. Widersprüche werden jedoch in der Logik als Mittel für einen indirekten Beweis verwendet werden; dabei wird eine Gegenteilige Behauptung aufgestellt, die zu einer Kontradiktion führt, wodurch die ursprüngliche Behauptung als bewiesen angesehen werden kann. Die Frage ist also, was zu beweisen war.
Voraussetzungen waren dabei:
1. Die Vollständigkeit (sonst wäre es kein System!)
2. Die statische Natur
Vollständigkeit ist dabei ein relativer Begriff. Er erkennt an, daß für die Anwendbarkeit Grenzen existieren, da Kriterien für die Gültigkeit angegeben werden können.
Die Behauptung kann als Widerspruchsbeweis dafür angesehen werden, daß für das Universum dynamische Wechselwirkungen unverzichtbar sind, die Existenz der Zeit also unvermeidbar ist; wie Heraklit schon sagte "Alles fließt".
Die Frage nach dem Wesen der Zeit wurde schon durch Zenon von Elea in seinen berühmten Paradoxien aufgeworfen. Dabei wurde z.B. die Relativität der Bewegungen vernachlässigt, auch quantenmechanische Effekte (Beobachterparadoxon) wurden schon vorweggenommen.
Im sozialen Leben (Politik, Jura etc.) existiert der schon im römischen Recht vorhandene Leitsatz "Wer schweigt, scheint zuzustimmen". Dieser ist jedoch mehr von Pragmatismus als von Einfühlungsvermögen geprägt. Eigentlich darf er nur von Personen angewendet werden, die gut informiert sind und die Fähigkeit haben, Plausibilitätsentscheidungen zum Wohle der Mitmenschen zu treffen. Daß dies im realen Leben nicht immer so ist, ist Ursache so mancher Widerstands- und/oder Alternativbewegung.
Alles klar?
Na dann...

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Pirx » 07.07.2008, 10:16

Man kann es natürlich wie Krutwina auf die logisch.philospohische Art lösen, man kann da aber auch mit einem soziologischen Blick herangehen. Z.B. über den Kommunikationsbegriff bei Luhmann. Um es kurz zu machen: da wäre keine Antwort auf jeden Fall auch eine Antwort (müsstest halt Antwort etwas besser definieren, um verständlich zu machen, was du damit enau meinst), da einfaches Schweigen keine "Nicht-Kommunikation" darstellen kann, folglich wäre es ene Antwort (wie immer sie auch ausgelegt wird) - um mal nicht auf das gewählte Beispiel einzugehen, das ja auch nur einen moralischen Einzelfall schildert ohne bei der eigentlichen Frage besonders hilfreich zu sein (meiner Ansicht nach).

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Krutwina » 07.07.2008, 10:53

Den soziologischen Aspekt habe ich ansatzweise auch thematisiert, aber die Logik sollte man dabei nicht ausklammern. Luhmanns Kommunikationsmodell ist organisatorischer Art, er abstrahiert vom Menschen und verallgemeinert es so, daß es auch auf Maschinen anwendbar ist. Kennzeichnend ist, daß nicht der Mensch im Mittelpunkt seiner Betrachtung steht, sondern ein gesellschaftliches Element. Menschen aber sind komplexer. Sie sind nicht nur Bestandteil einer Organisation, sie können mehreren angehören. Zudem haben sie auch noch ein Privatleben, das naturgemäß damit nicht in Zusammenhang gebracht werden kann.
Eine Antwort ist die passende Reaktion (der Begriff deutet schon an, daß Aktivität unverzichtbar ist) auf eine Frage. Passend bedeutet dabei, daß zum Thema der Frage eine Aufklärung, eine Präzisierung oder Erweiterung des Wissens beim Fragenden möglich wird; keine Antwort zu geben erfüllt keines dieser Kriterien. Man kann diese Inaktivität natürlich auch psychosozial deuten, begibt sich aber dabei schnell auf den gefährlichen Weg des Hineininterpretierens.

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Pirx » 08.07.2008, 11:32

Du definierst also prakisch die Antwort als spezifischer als eine einfache Reaktion/Kommunikation (und nennst alles sonstige "hineininterpretieren"). Aber muss nicht jede Antwort sowieso vom Kommunikationsempfänger interpretiert werden, egal welche Reaktion er bekommt? Somit wäre ein Schweigen, dass der Kommunikationsempfänger erhält (und als Antwort interpretiert) sehr wohl eine Antwort, auch wenn sie nicht "passend" ist (egal WIE interpretiert wird, vorrausgesetzt, DAS interpetiert wird - davon kann man aber wohl ausgehen, wenn eine Frage gestellt wurde).

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Krutwina » 09.07.2008, 14:27

Die einzige passende Situation, bei der ein Schweigen als Antwort gewertet werden könnte, ist die, bei der gefragt wird "Bist du jetzt still?", "Redest du jetzt?" oder etwas ähnliches. Sehen wir mal davon ab, daß schon allein wegen des unhöflichen und imperativen Charakters dies keine gültigen Fragen sind.
Jeder Mensch Mensch hat die Freiheit, zu wählen, ob er auf eine Frage antwortet oder nicht. Für die Gründe eines Ablehnens der Beantwortung sind Motive vieler unterschiedlicher Arten denkbar; die Sprache ist ihm unbekannt, das Thema ist ihm fachfremd oder peinlich, der Geprächspartner hat sich durch fehlende Umgangsformen als Kontaktperson disqualifiziert, er wird nicht dafür bezahlt etc. Der Fragende hat den Fauxpax begangen, die Frage so zu stellen, daß bei einem Schweigen unklar ist, ob der Gefragte die Frage implizit ablehnt oder beantwortet; er hat dadurch nicht sein Wissen vergrößert, sondern sein Unwissen, da er die Motive nicht kennt. Wagt er ob des Schweigens trotzdem eine Beurteilung, ist das Risiko sehr hoch, daß er von falschen Motiven ausgeht und somit auch falsche Reaktionen verursacht, die dann als unangemessen und ungerecht empfunden werden können.
Jedenfalls ist eine solche Frage, wenn ernst gemeint, ein Indiz für niedrige soziale Intelligenz und/oder einen tückischen Charakter.

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Pirx » 09.07.2008, 15:41

Damit implizierst du die Idealvorstellung, dass der Empfänger der Antwort diese auch genauso verseht, wie der Entsender (der, der antwortet) sie verstanden haben will (und nichts anderes dazudenkt, weglässt, nicht versteht, hineindeutet etc.). Das ist aber sowieso praktisch nie der Fall. Insofern unterscheidest du die Antwort nach "Qualität" (falls Information ankommt wie gewollt= Antwort, falls nicht = keine Antwort). Da ich aberdavon ausgehe, dass praktisch NIE die Antwort, wie sie gemeint wurde, genau identisch beim Empfänger ankommt, darf die Qualität der Antowrt keine Rolle spielen, denn sonst bekommt man ja eh nie eine Antwort. Und da eh immer an den Antworten herumgedeutet wird (bewusst und unbewusst), gäbe es praktisch nie eine 'Antwort'. Folglich mus der Begriff 'Antwort' auch eine Deutungsweise des Empfängers zulassen, nicht?
So kann man praktisch jede Reaktion auf die Frage als Antwort sehen, selbst wenn nicht gesprochen wird.

Nach deiner Logik wäre "Ich weiß nicht" auch keine Antwort, da dort kein Informationsgewinn vorliegt (ausser, dass der Antwortende es nicht weiß). Genauso viel "Information liegt aber im eventuellen Schweigen/ andersartiger Kommunikation. Z.B. Ein Schulterzucken. Oder auch ein Blickin eine andere Richtung, etc.pp (Liste kann auf jedwede Situation erweitert werden). Sicher lässt diese Antwort Interpretationen zu, aber selbst eine einfach Frage : "Willst du Kaffee? - Ja" Lässt Interpretaionen zu: ja, jetzt, später, mit Zucker, nur um höflich zu sein (aber iegentlich nein)... es kommt halt alles auf die Umstände an, gerade die Interpration der Antwort verschafft den Erfahrungsgewinn.
Dr Mensch als soziales Wesen interpretiert - [im Gegensatz zur Maschine?] Fragen und Situationen immer im Kontext. Nur so sind z.B. Ironie, Zynismus, Sarkasmus zu erkennen (in Antworten, um mal wieder auf diese zurückzukommen).
...

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Krutwina » 09.07.2008, 17:20

Pirx hat geschrieben:Damit implizierst du die Idealvorstellung, dass der Empfänger der Antwort diese auch genauso verseht, wie der Entsender (der, der antwortet) sie verstanden haben will (und nichts anderes dazudenkt, weglässt, nicht versteht, hineindeutet etc.).
Das ist nicht ganz richtig. Fragen sind manchmal unscharf formuliert; schon allein deswegen muß sich der Gefragte bemühen, etwas anderes dazuzudenken. Außerdem kann der Fragende (hoffentlich) an der Art der Antwort (Formulierung etc.) merken, ob der Andere die Frage richtig verstanden hat, diese also, wie vorausgesetzt, passend ist. Eventuell kann er das nicht, weil unbekannte Worte und Wendungen darin enthalten sind, die ihn aber vielleicht zu eigenen Nachforschungen motivieren.
Pirx hat geschrieben:Das ist aber sowieso praktisch nie der Fall.
Hast du aber ein negatives Weltbild. Resultiert das aus Erfahrung?
Pirx hat geschrieben:Insofern unterscheidest du die Antwort nach "Qualität" (falls Information ankommt wie gewollt= Antwort, falls nicht = keine Antwort).
Das ist ein bisserl zu binär gedacht. Der Fragende braucht die Antwort nicht bzw. nicht sofort zu verstehen, wichtig ist der semantische Zusammenhang. Dieser aber muß nicht unbedingt vom Fragenden verstanden werden, im Idealfall ist es aber so.
Pirx hat geschrieben:Da ich aberdavon ausgehe, dass praktisch NIE die Antwort, wie sie gemeint wurde, genau identisch beim Empfänger ankommt, darf die Qualität der Antowrt keine Rolle spielen, denn sonst bekommt man ja eh nie eine Antwort. Und da eh immer an den Antworten herumgedeutet wird (bewusst und unbewusst), gäbe es praktisch nie eine 'Antwort'. Folglich mus der Begriff 'Antwort' auch eine Deutungsweise des Empfängers zulassen, nicht?
Auch eine Frage ist eine codierte Information, die über einen Übertragungskanal vom Sender an den Empfänger weitergeleitet wird. Ein perfekter Übertragungskanal vorausgesetzt, muß der Befragte die Fähigkeit haben, diese Information korrekt zu interpretieren und eventuell bei ungeschickter Formulierung, evtl. durch Rückfrage(n), formal 'nachzubessern'. Das Herumdeuten kann durch eine präzise Formulierung und Erklärung des zugrundeliegenden Gedankenmodells, z.B. indirekt durch Hinweise auf andere Quellen, zumindest teilweise verhindert werden. Manche lassen sich allerdings auch dadurch nicht beeindrucken *seufz*.
Pirx hat geschrieben:So kann man praktisch jede Reaktion auf die Frage als Antwort sehen, selbst wenn nicht gesprochen wird.
Unzulässige Verallgemeinerung.
Pirx hat geschrieben:Nach deiner Logik wäre "Ich weiß nicht" auch keine Antwort, da dort kein Informationsgewinn vorliegt (ausser, dass der Antwortende es nicht weiß).
Für eine Antwort ist, wie oben beschrieben, der semantische Zusammenhang wichtig. Der Satz "Ich weiß nicht" ist keine Antwort, sondern eine Erklärung dafür, daß keine Antwort gegeben wird. Er vermittelt eine Meta-Information.
Pirx hat geschrieben:Genauso viel "Information liegt aber im eventuellen Schweigen/ andersartiger Kommunikation. Z.B. Ein Schulterzucken. Oder auch ein Blickin eine andere Richtung, etc.pp (Liste kann auf jedwede Situation erweitert werden). Sicher lässt diese Antwort Interpretationen zu, aber selbst eine einfach Frage : "Willst du Kaffee? - Ja" Lässt Interpretaionen zu: ja, jetzt, später, mit Zucker, nur um höflich zu sein (aber iegentlich nein)... es kommt halt alles auf die Umstände an, gerade die Interpretation der Antwort verschafft den Erfahrungsgewinn.
Eine solche Kommunikation ist an kulturelle Konventionen gebunden. Diese können genauso aussagekräftig sein wie eine verbale Kommunikation. Allerdings sind hierbei versehentliche Mißinterpretationen möglich (Kopfnicken in arabischen Ländern = Nein). Oft ist es aber auch so, daß die eine Entscheidung dem Fragenden überlassen werden soll; dessen Reaktion läßt dann möglicherweise Rückschlüsse auf seine Erfahrungen, sein Einfühlungsvermögen, seine soziale Intelligenz etc. zu.
Pirx hat geschrieben:Der Mensch als soziales Wesen interpretiert - [im Gegensatz zur Maschine?] Fragen und Situationen immer im Kontext. Nur so sind z.B. Ironie, Zynismus, Sarkasmus zu erkennen (in Antworten, um mal wieder auf diese zurückzukommen).
Falsch. Auch Anfragen an Maschinen (Datenbanken etc.) sind kontextgebunden; allerdings sind diese Kontexte wegen ihrer auf Zweckdienlichkeit ausgerichteten Konstruktion meist ziemlich beschränkt. Das Erkennen von Ironie, Sarkasmus etc. ist allerdings Menschen vorbehalten (aber scheinbar auch nicht jedem), da soziale und thematische Vorkenntnisse dafür unverzichtbar sind (und eine gesunde Portion Feingefühl).

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Pirx » 10.07.2008, 11:10

Ich werd emich aml wieder auf das Wesentliche beschränken.
Krutwina hat geschrieben: Auch eine Frage ist eine codierte Information, die über einen Übertragungskanal vom Sender an den Empfänger weitergeleitet wird. Ein perfekter Übertragungskanal vorausgesetzt, muß der Befragte die Fähigkeit haben, diese Information korrekt zu interpretieren und eventuell bei ungeschickter Formulierung, evtl. durch Rückfrage(n), formal 'nachzubessern'. Das Herumdeuten kann durch eine präzise Formulierung und Erklärung des zugrundeliegenden Gedankenmodells, z.B. indirekt durch Hinweise auf andere Quellen, zumindest teilweise verhindert werden. Manche lassen sich allerdings auch dadurch nicht beeindrucken *seufz*.
Wieso setzt du einen perfeten Übertragungskanal voraus (unzulässig^^, aber weiter nicht so wichtig).
Was ich sage wollte ist: ganz gleich was geantwortet wird, wie geantwortet wird, und sogar wie die Frage 'beantwortet' wird - die Interpretation spielt keine Rolle. Eine Reaktion ist immer eine Antwort, egal wie sie interpretiert wird.
Erfahrungsgewinn hin oder her, das spielt dafür eigentlich keine Rolle. [Wobei "Erfahrungsgewinn" ist auch ein nicht geklärter Begriff ist - ein Schweigen kann da ein größerer Erfahrungsgewinn sein als z.B. ein im wörtlichen Sinne interpetierter Satz].

Um es mal mit deinen Worten zu sagen:
"Passend bedeutet dabei, daß zum Thema der Frage eine Aufklärung, eine Präzisierung oder Erweiterung des Wissens beim Fragenden möglich wird; keine Antwort zu geben erfüllt keines dieser Kriterien".
Eine Antwort ist immer passend, da jedesmal Information gewonnen wird - auch wenn nicht unbedingt das Wissen bezogen auf die Fragestellung direkt erweitert wird (sondern nur indirekt bezogen auf die Situation des Fragenden und es Antwortenden). Keine Antwort zu geben ist praktisch nicht möglich.

Da du Antwort nur als reinen Erfahrungsgewinn hinsichtlich der Frage definierst, scheint mir eine Zusammenführung der unterschiedlichen Sichtweisen nicht möglich. Ich kann den von dir vertrtetenen Ansatz nachvollziehen, finde ihn theorethisch sogar wissenschaftlich zweckdienlich, allerdings wenig alltagstauglich (deswegen ziehe ich meine Sichtweise hier vor^^).

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Krutwina » 10.07.2008, 13:47

Pirx hat geschrieben:
Was ich sage wollte ist: ganz gleich was geantwortet wird, wie geantwortet wird, und sogar wie die Frage 'beantwortet' wird - die Interpretation spielt keine Rolle. Eine Reaktion ist immer eine Antwort, egal wie sie interpretiert wird.
Die Interpretation spielt keine Rolle? Warum fragt man dann überhaupt? Daß jede Reaktion als Antwort interpretiert werden kann, bestreite ich nicht, aber vielleicht auf eine andere Frage? Fakt ist, daß unscharfe oder ausweichende Antworten im alltäglichen Leben nicht selten sind. Sie lassen dabei dem Fragenden die Freiheit nach eigenen Kriterien zu urteilen bzw. zu entscheiden, und geben daher wenig bis gar keine 'logischen Leitplanken'.
Pirx hat geschrieben: Erfahrungsgewinn hin oder her, das spielt dafür eigentlich keine Rolle. [Wobei "Erfahrungsgewinn" ist auch ein nicht geklärter Begriff ist - ein Schweigen kann da ein größerer Erfahrungsgewinn sein als z.B. ein im wörtlichen Sinne interpetierter Satz].
Erfahrungsgewinn spielt keine Rolle? Warum ... (siehe oben)
Pirx hat geschrieben: Eine Antwort ist immer passend, da jedesmal Information gewonnen wird - auch wenn nicht unbedingt das Wissen bezogen auf die Fragestellung direkt erweitert wird (sondern nur indirekt bezogen auf die Situation des Fragenden und es Antwortenden). Keine Antwort zu geben ist praktisch nicht möglich.
Man kann natürlich das Thema der Frage als exemplarisch ansehen und die Definition von 'passend' dahingehend erweitern, daß die Intentionen und das Weltbild des Fragenden komplett mit einbezogen werden; dies scheint mir deine Sichtweise zu sein. Da du die Diskussion anscheinend als beendet ansiehst, möchte ich dir noch eine letzte Antwort geben:
likgv hjo jvp oerkfüpo jiü0p ofjer pojug-trpjgkrü pgqjgr ijgjgvv üpküv.
;)
Zuletzt geändert von Krutwina am 10.07.2008, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Pirx » 10.07.2008, 14:14

Man fragt schon, um eine "vernünftige" Antwort zu bekommen (aber eben auch nicht immer^^).
Un ob dir die "Antwort" passt oder nicht, ist dabei irrelavant. Man bekommt halt auch etwas zu hören (oder eben nicht), was man eigentlich nicht wissen will. Das Leben ist halt kein Wunschkonzert ;)

Aber an der letzten Bemerkung sehe ich, du hast das absolut verstanden^^
P.S.: Suchst du einen Clan?^^

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Re: Fragen der Philosophen

Beitrag von Krutwina » 10.07.2008, 14:58

:D Vielen Dank für dein Angebot, aber ich habe schon einen...

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